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Vortrag2009

Donnerstag, 5. März 2009, 20:00 Uhr, Mensa-Bereich der B-Bau-Aula, Gymnasium Penzberg

Eine Nacht am größten Teleskop der Welt

Zur Beobachtung am Very Large Telescope (Cerro Paranal / Chile)

Vortrag von Dipl.-Phys. Leonard Burtscher

In der trockensten Staubwüste der Welt, der Atacama-Wüste in Chile, steht ein technologisches Wunderwerk der Superlative. Vier der weltweit größten optischen Teleskope mit je acht Metern Hauptspiegel-Durchmesser bilden das "Very Large Telescope", das seit zehn Jahren von Astronomen in Europa und der Welt für astronomische Forschung verwendet wird. Seine volle Leistungsfähigkeit in Sachen Auflösungsvermögen erhält das VLT, wenn man mindestens zwei der Teleskope zusammenschaltet und damit die Auflösung eines Riesenteleskops mit über 100 Metern Spiegeldurchmesser erreicht. Auch deswegen ist diese Forschungseinrichtung weltweit einmalig. Sie ermöglicht es, Sterne im Entstehungsprozess zu beobachten, Planeten um andere Sterne zu entdecken und tief in das Zentrum von anderen Galaxien zu blicken.

Diplom-Physiker Leonard Burtscher, ehemaliger Schüler am Gymnasium Penzberg und derzeit Doktorand am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg, hat im Rahmen seiner Forschungsarbeiten bereits zweimal die Möglichkeit erhalten, Beobachtungen am VLT durchzuführen und live dabei zu sein beim Blick in das Zentrum einer Aktiven Galaxie, bei der sich im Zentrum ein Schwarzes Loch mit einer heißen Akkretionsscheibe befindet, die die gesamte restliche Galaxie überstrahlt. Die Beobachtungen der Zentralbereiche von Aktiven Galaxien sind nur dank der hochauflösenden Beobachtungsmethode der Interferometrie, dem Zusammenschalten mehrerer Teleskope, möglich. Denn die gigantischen Staubwolken, die dort oft den Blick auf das Schwarze Loch verbergen und die für das Verständnis der Galaxienentwicklung wichtig sind, erscheinen uns so winzig wie ein Kleinfeld-Fußballplatz auf dem Mond.

Der Vortrag erzählt von den unglaublichen Dimensionen eines Teleskops, an dem schon eine einfache Kamera übermannsgroß ist, und von der Faszination inmitten einer Wüste Astronomie zu betreiben. Entfernt von der Zivilisation, muss jeden Tag Wasser mit großen Lasttanks angefahren werden, um Leben für etwa 130 Personen (Wissenschaftler, Techniker und Servicepersonal) zu ermöglichen. Sie finden eine Oase inmitten der Wüste in dem etwa 200 Meter unterhalb des Gipfels, auf etwa 2400 Meter Meereshöhe gelegenen Basislager, das durch seine beeindruckende Architektur auch im neuen James-Bond-Film "Ein Quantum Trost" (dort "Perla de las Dunas") zum Einsatz kommt.

Begleiten Sie Leonard Burtscher in einem reich bebilderten Vortrag auf seiner Reise in den Norden Chiles zum größten Teleskop der Welt!

  • Mensa-Bereich (Erdgeschoss, B-Bau-Aula) des Gymnasiums Penzberg
  • Donnerstag, 5. März 2009, 20:00 Uhr
  • Eintritt: frei (Spenden sind erwünscht)

Im Anschluss an den Vortrag ist bei gutem Wetter eine Beobachtung am Teleskop in der Sternwarte des Gymnasiums Penzberg möglich.

Das Very Large Telescope mit seinen vier 8,2-Meter-Teleskopen, drei seiner vier 1,8-Meter-Hilfsteleskope und dem Teleskop für Himmelsdurchmusterungen VST in der Abenddämmerung bei Vollmond

Das VLT vom nahegelegenen VISTA-Teleskop aus. Man sieht schön, wie der Berg auf dem das VLT steht, der Cerro Paranal, für die Teleskope flach gesprengt worden ist.

Very Large Telescope Nr. 1 ("Antu", Sonne) mit Hilfsteleskop und VLT Nr. 2 ("Kueyen", Mond) im Hintergrund. Die Teleskope wurden mit Namen aus der Sprache der Mapuche-Indianer versehen.

Im VLTI-Kontrollzentrum während der Beobachtungen. Auf den Monitoren werden alle wichtigen Daten der einzelnen Teleskope und des Interferometers angezeigt.

Mondaufgang in der Wüste nahe des Cerro Paranal. Die beiden hellsten Sterne im Bild sind Alpha und Beta Centauri. Alpha Centauri ist ein Dreifachstern und das der Erde nächstgelegene Sternensystem.

Die Atacama-Wüste nahe des VLT bei Sonnenuntergang.

Die Schönheit der Wüste. Das Valle de la Muerte in der Nähe von San Pedro de Atacama mit dem fast 6000m hohen Vulkan Licancabur an der Grenze nach Bolivien im Hintergrund.

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Zuletzt geändert am 05. März 2009 um 01:39